
"Einzelkämpfertum reicht nicht mehr"
Mit der Verabschiedung des Gebäudebedarfs- und -entwicklungsplans hat die Synode des Evangelischen Dekanats Büdinger Land im Bürgerhaus Nidda einen weiteren wichtigen Schritt im
Transformationsprozess „ekhn2030“ vollzogen. Weil der aktuelle Gebäudebestand den künftigen Bedarf deutlich übersteigt, ist ein
Abbau von Gebäuden vorgesehen, die nicht mehr gebraucht werden. In erster Linie handelt es sich dabei um Gemeindehäuser, aber auch
um Pfarrhäuser.
„Für mich“, so Dekanin Birgit Hamrich, „stand immer wieder die Frage im Raum: Welche Kirche wollen wir sein – und was brauchen wir dafür?“ Vor Ort zeigten sich inzwischen schon kreative Lösungen,
wie man Gebäude gemeinsam und effizient nutzen könne, jeweils orientiert an den Bedürfnissen der Menschen.
Zwei Beispiele wurden vorgestellt: Das Kulturund Gemeindezentrum am Bilstein in Busenborn haben Stadt Schotten, Kirchengemeinde und örtliche Feuerwehr gemeinsam entwickelt und nutzen es auch
gemeinsam. Türen öffnen,
Schwellen abbauen und für alle da sein, darum geht es bei der Öffnung der Kirche in Rainrod als ein „Wohnzimmer“ für das Dorf. „Diese Beispiele stehen für eine Haltung, die ich mir für uns alle
wünsche: Einzelkämpfertum reicht
nicht mehr. Wir brauchen echte Verbindungen und Zusammenhalt. Das bedeutet mehr Absprachen, mehr Zeit, manchmal auch Reibung – aber es schafft Tiefe“, so Birgit Hamrich.
Sechs von sieben Nachbarschaftsräumen hätten inzwischen ihre künftige Rechtsform gewählt, berichtete sie weiter. In Konradsdorf entsteht eine fusionierte Gemeinde, eine Arbeitsgemeinschaft
bildeten die Kirchen am Limes und die Kirche in den Auen. Gesamtkirchengemeinde würden die drei Nachbarschaftsräume „Zwischen Nidder und Bracht“
„Niddaer Land“ und „Büdingen“. Schotten-Ulrichstein sei noch in der Findungsphase. Neue Pfarrerinnen und Pfarrer hätten ihren Dienst aufgenommen, zugleich seien mehrere Pfarrstellen noch immer
vakant.

Erstmals lag der Synode ein Doppelhaushalt für die Jahre 2026 und 2027 zur Beratung und Beschlussfassung vor, den Michael Ludwig, Vorsitzender des Finanzausschusses, der Synode ausführlich erläuterte. Der Haushalt, so die Dekanin, schaffe Transparenz und fördere mit einem Transformationsbudget gezielt die Veränderungsprozesse. Sie ermutigte die Synodalen, diesen Fonds zu nutzen, um Veränderung zu gestalten und zu begleiten, beispielsweise mit Workshops oder Klausuren, Moderations- und Beratungsleistungen. Doch „der größte Invest bleibt ihre Zeit, ihre Kreativität und ihr Mut, eine Vision von Kirche vor Ort zu entwickeln“.
Ihre eigene Vision formulierte sie so: „Kirche soll ein Ort der Hoffnung, der Verständigung und der Zuversicht sein – gerade in einer Welt, die von Veränderungen und Unsicherheiten geprägt ist.“
Die kommenden Monate, sie seien
entscheidend, denn im Juni 2027 sind Kirchenvorstandswahlen. „Da wird sich zeigen, wie wir in die Zukunft gehen. Bleiben wir in der Klage stehen oder sind wir als Lösungsfinder unterwegs? Ich
wünsche mir die zweite Variante.
(Text: Judith Seipel)

Gewählt:
Pfarrerin Tanja Langer sowie die Kirchenvorsteherinnen Daniela Hinsche-Drescher und
Sabine Steinmeier (v.l.).
Auf dem Foto fehlt Colin McLemore.
Die Synode des Evangelischen Dekanats Büdinger Land hat auf ihrer Herbsttagung Pfarrerin Tanja Langer (Eckartshausen) in den Dekanatssynodalvorstand gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Pfarrerin
Antje Armstroff an,
die das Dekanat im Sommer verlassen hat.
Gewählt wurden auch zwei Gemeindeglieder als Vertreter des Dekanats in der Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN): Colin McLemore aus Ober-Widdersheim, er ist unter
anderem Prädikant und engagiert in der Jugendarbeit, löst Franziska Linhardt ab.
Sabine Steinmeier, sie gehört dem Kirchenvorstand aus Bad Salzhausen & Geiß-Nidda an, übernimmt das Amt
von Anna Thonig.
Daniela Hinsche-Drescher, Kirchenvorstandsmitglied in Gedern, wurde zur Stellvertreterin des Kirchensynodalen Lars
Lehmann gewählt.
(Text: Judith Seipel)
Evangelische Kirchengemeinden Ober-Lais/Glashütten | Wallernhausen-Fauerbach
Telefon: 06043 3559
E-Mail: [email protected]