Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
                                                                               Psalm 139,5

Wir sehnen uns nach Nähe und Geborgenheit gerade in dieser Zeit. Ist da etwas, das uns birgt und schützt? Sind wir „von guten Mächten wunderbar geborgen“, wenn unser leibliches Leben in Gefahr ist? Kann unsere Seele heil bleiben?

 

Aber es gibt auch Lebensphasen, da wird uns eine Rundumbetreuung zu eng. Wir brauchen unsere Freiheit von den Eltern, von all den Regeln und Vorschriften, von Gott. Davids Psalm beschreibt beides. Er fühlt sich umsorgt und manchmal etwas zu sehr.

 

Wer findet das richtige Maß? Wie finden wir das richtige Maß für uns und genauso wichtig: für die uns anvertrauten Menschen in der Familie, in der Gemeinde, in unserer Stadt und unserem Land? Auf wieviel Eigenverantwortung können wir bauen, um diese Krise dieser Welt zu bestehen. 

 

Viele verantwortungsbewusste Menschen suchen jetzt nach einer Antwort. Und je größer der Verantwortungsbereich ist, umso genauer müssen sie hinschauen. Und ich kann sehr achten, was die politisch verantwortlichen Leute in unserem Land gerade tun. Aber genauso bleibt die Herausforderung hinzuschauen und miteinander zu reden, weil wir eben eine Demokratie sind. Das Rundum-Sorglos- Paket darf es nicht geben.

 

Auch im ganz privaten Bereich, im Umgang mit einander, mit unseren Kindern und Senioren, brauchen wir guten Rat, der Herz und Verstand miteinander verbindet und uns Wege weist.

 

Die Psalmen, alte Gebetslieder können da ein Quelle sein, wenn uns Worte fehlen, weil der Kopf surrt. Voller Vertrauen sind die Texte dort, voller Liebe, aber auch voller Zorn und Zweifel, voll von allem eben, was das Leben so mit unserer Seele anstellen kann. Aber immer wenden sie sich an Gott, „meiner Zuversicht und Stärke, in den großen Nöten, die uns getroffen haben.“

 

Ihre

Pfarrerin Beate Henke