"Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne und unten leuchten wir..." 

 

Mitten im November singen Kinder dieses Lied auf den Straßen unserer Dörfer, wie viele Generationen vor ihnen. Oft geht diesem Umzug durch die dunklen Gassen die Martinsgeschichte voraus.

 

Manchmal reitet ein Martin oder eine Martina auf dem Pferd an der Spitze des Zuges. Alle sicher geleitet durch Mitglieder unserer Feuerwehren. Auch heute Abend habe ich dieses Lied dem langen Ä immer noch im Ohr. "Ich geh mit meiner Latääärne..."

 

Es gehört auch in meine Kinderzeit. Und unsere Familiengeschichte erzählt, dass ich überhaupt nicht einsehen wollte, dieses Wunderwerk aus Licht und Papier mit einem einfachen, nichtssagenden "e" zu schreiben. Reicht ein! Vokal wirklich, um Gemeinschaft, Geborgenheit und Hoffnung zu beschreiben?

 

Der Sternenhimmel hat eine Antwort auf der Erde. "... und unten leuchten wir." Möge es doch genau so werden zwischen uns. Für einander Licht sein. Wenn auch nur auf Zeit und mit menschlichen Grenzen.

 

"Mein Licht geht aus, wir gehen nach Haus..." An der nächsten Straßenecke, bei nächster Gelegenheit, singen wir es eben nochmal und nochmal und nochmal. "Rabimmel, Rabammel, Rabumm..."

 

Ihre Pfarrerin Beate Henke