Ich glaube.

Ich glaube an Gott.
Ich glaube, dass Gott für mich ist.
Ich glaube, dass Gott mich beschützt.
Ich glaube, dass Gott mich vor Gefahr
beschützt.
Ich glaube, dass Gott mich vor der Gefahr
beschützt, die in dem Coronavirus steckt.
Glaube ich das?
Auch gläubige Menschen sind an Covid
gestorben.
Ich glaube an die Auferstehung.
Glaube ich das? Was glaube ich?
Wovon bin ich überzeugt?
Gewiss sein und glauben.
Und wenn ich nicht so gewiss bin?
Wenn ich nicht überzeugt bin?
Ist mein Glaube dann nicht hinreichend?
Bin ich dann kein guter Christ,
sondern bestenfalls ein Kleingläubiger?

 

Eine Geschichte aus dem Matthäusevangelium 14,24-32

Jesus war noch an Land geblieben. Die Jünger fuhren allein über den See in einem Boot. Das Boot aber war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen. Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem Meer. Und da ihn die Jünger sahen auf dem Meer gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst!, und schrien vor Furcht. Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht! Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser. Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, rette mich! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?
Und sie stiegen in das Boot und der Wind legte sich.

 

Kleingläubiger! sagt Jesus zu Petrus. Zu Petrus, der als erster verstand, wer Jesus war: Du bist der Christus, sagte er zu ihm, als noch keiner von den anderen es begriffen hatte.
Petrus, der vor Jesus bereit war alles zu tun, der ihm nachfolgen und treu bleiben wollte – gerade so wie wir als Christen heute uns darum bemühen.
Im Grunde genommen hat Petrus, der sich von Jesus anhören musste, dass er kleingläubig sei, viel mehr Vertrauen und Mut bewiesen als die anderen Jünger. Die saßen nachts mitten im Sturm im Boot und fürchteten sich. Sie hatten Angst wegen der hohen Wellen. Sie hatten Angst wegen des starken Windes. Sie hatten Angst und sahen schon Gespenster mitten in der Nacht. Sie schrien vor Angst.


Es gibt viele Gründe Angst zu haben. In unseren Tagen wegen Corona und seinen Folgen für unser gewohntes Leben, auch wirtschaftliche Ängste spielen mit. Ängste, wenn man von Klimaveränderungen hört, Ängste, wenn man beginnt nachzudenken über die Folgen von kriegerischen Auseinandersetzungen in anderen Ländern, wenn einem die allgemeine Verrohung auffällt. Ängste, wenn man so den Eindruck hat, alles ist unsicher, die bekannten Ordnungen tragen nicht mehr. Wohin soll das alles nur führen? Andere Ängste liegen tief verborgen in der Seele, sodass man selbst nicht recht weiß und schon gar nicht darüber reden kann. Man ist wie das Kaninchen vor der Schlange, gefangen und beherrscht von der Frage, wie man die Angst im Zaum halten kann.

 

Voller Angst saßen die Jünger im Boot, im Sturm, in der Dunkelheit.
Petrus war anders. Er hörte mitten in dieser schlimmen Lage die Stimme Jesu: Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht! Jesus sagte zu ihm: Komm! Und Petrus kam. Er stieg aus dem Boot. Er ging auf Jesus zu. Einfach so. Als ob es das Einfachste von der Welt wäre. Er ging auf Jesus zu, auf den er sein Leben gebaut hatte und dem er vertraute. Man könnte auch sagen, in den er Glauben hatte. Petrus ging über die Tiefe des Wassers, über die Tiefen seiner Furcht und Angst, als ob es nichts besonderes sei, bis ihm auf einmal klar wurde, in welcher Gefahr er sich befand und dass es gar nicht möglich ist zu tun, was er gerade tat. Und seine Angst wurde größer als sein Vertrauen in den Herrn. Und die Angst drohte ihn zu verschlingen. Er begann zu sinken.
Er schrie um Hilfe. Ich vertraue auf Jesus Christus. Ich vertraue in ihn. Darum hat die Angst keine
Macht über mich. Darum kann ich etwas wagen, was ich mich eigentlich nicht traue. Ich vertraue darauf, dass Seine Hand nach mir ausgestreckt ist, wenn mein Glaube schwach ist.

 

Ich vertraue. Ich glaube.

 

Pfarrerin Dorothea Rohde