"Hoffe auf den Herrn und tue Gutes,

bleibe im Lande und nähre dich redlich.

Befiehl dem herrn deine Wege und hoffe auf ihn.

Er wird's wohl machen." 

Psalm 37, 3+5

 

Hatten Sie eine schöne Zeit in diesem Sommer? Es ist gar nicht so einfach diese Frage zu beantworten. Hin und her gerissen zwischen Urlaubsplänen „wo anders“ oder zuhause – zwischen Reisewarnungen und Sehnsucht. Abschütteln, was Alltag heißt oder kann man auch ohne Alltag da urlaubsunbeschwert leben, wo sonst Alltag stattfindet?

 

Manches Gespräch im Freundeskreis dreht sich nicht um Sommernächte am Strand, wunderbares Essen und fremde Kulturen, Landschaftsbilder, sondern um das was „trotzdem“ möglich war. Wie das Land, das Personal „das Problem“ gemanagt hat. Man nimmt sich und sein Urlaubsgebiet in Schutz. „Also, bei uns im Hotel, am Strand, in den Restaurants gab es keine durchgeknallten Touris ….“ Oder „Urlaub in Deutschland ist eigentlich auch ganz schön. Es gibt so tolle Ecken.“

 

Es klingt ein bisschen, als müsste man sich den Trostpreis schön reden. Manchmal schwingt in den Gesprächen mit zuhause Gebliebenen auch ein leiser Vorwurf mit. Musste das sein? Corona-Test bei der Einreise als Ausweis, mit dabei sein zu dürfen auf der Arbeit, im Verein, in der Großfamilie. Die Zahlen steigen. Und jeder hofft, nicht dazu beigetragen zu haben. „Kann eigentlich nicht sein …“


Nun geht der Sommer langsam vorbei und es beginnt die nächste Herausforderung in den Schulen und Kitas. Kriegen wir uns alle heil durch? Können wir uns darauf verständigen, was wirklich zählt? Körperliche und seelische Gesundheit, die Wirtschaftskraft unseres Landes und die Hilfe für andere Länder – die Menschen in anderen Kontinenten. Ahnen wir jetzt, dass die Welt rund ist? Werden wir neue Ideen weiter verfolgen oder zurückfallen, in das, was „vorher“ angeblich erfolgreich war? Für wen war es das? Und wird es wirklich vorbei sein?


Damit „im Lande zu bleiben“ ist es nicht getan. Wir können unser Land in den Blick nehmen, nicht nur im Urlaub, ihm Gutes tun mit Entschlossenheit, Phantasie, Rücksicht und Einsatzfreude - und es vor allem dem Segen Gottes anbefehlen.

 

„Sieh dein Volk in Gnaden an.
Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;
leit es auf der rechten Bahn,
dass der Fein es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit,
nimm es auf in Ewigkeit.“

 

Ihre Pfarrerin Beate Henke